Nationalpark Val Grande

Norddurchschreitung

VG22 - anspruchsvolle Wanderung über 4 Tage


Die Top-Tour unter den Top-Touren und meine absolute Empfehlung!

 

Herrliche, unglaublich abwechslungsreiche Wanderung durch die Wildnis des Nationalparks, durchaus herausfordernd und abenteuerlich, ohne jedoch dabei zu übertreiben. Ideal für alle Bergfreunde, die das besondere Erlebnis suchen! Grate, Gipfel, endlose Wälder, Schluchten, Hütten - wir besuchen die schönsten Plätze des Val Grande, das hier vor Geschichte und Natur nur so strotzt.



Augangspunkt: Trontano


Wir starten im kleinen Dörfchen Trontano, das auf einem Balkon über dem Ossolatal liegt. Dorthin wird uns am Ende der Tour die berühmte Centovalli-Bahn (hier Vigezzina genannt) zurück bringen.

Nachdem wir den hübschen Weiler Cocco durchquert haben, verlassen wir die markierten Wege und steigen auf einem kleinen und in Vergessenheit geratenen Pfad durch eine eindrucksvolle Schlucht nach Briasca auf. Hin und wieder öffnet sich ein großartiges Panorama auf das Obere Ossolatal und das Valle Vigezzo.


In Briasca stehen zwar diverse Wegweiser, von Markierungen fehlt aber nach wie vor jede Spur. Ein teilweise schmaler und versteckter Steig bringt uns durch Buchenwald und über einige Bäche zur großen Weide von Parpinasca.

Weiter geht es, nach wie vor steil, hinauf zur Kuppe von Nava. Ein kurzer Abstecher führt uns zum dortigen Kreuz mit einem grandiosen Blick auf Domodossola. Nun haben wir den langen Aufstieg hinter uns und wir queren im leichten Auf und Ab hinüber zum Ziel des Tages, dem Bivacco Rina. Inmitten eines lockeren Lärchenwaldes gelegen, können wir uns an der frischen Quelle laben und auf den spektakulären Sonnenuntergang hinter den Walliser Viertausendern warten. Das Panorama von hier oben ist schlicht und ergreifend fantastisch.

 

Am nächsten Tag folgen wir weiter dem Höhenweg, der nun stets leicht ansteigt und durch Lärchenwald und einzelne Geröllfelder in den großen Kessel von Menta einbiegt. Wir überschreiten eine Rinne und erreichen schließlich die gleichnamige Alp. Noch können wir hier einige Überbleibsel der Bauern betrachten, doch der Zahn der Zeit nagt stark an den einsturzgefährdeten Steinhäusern.


Nach einem weiteren kurzen Anstieg erreichen wir einen echten Höhepunkt der Tour: die Scala di Ragozzale. Schon vor vier Jahrhunderten konstruierten die Hirten eine kühne Treppenkonstruktion und meißelten einen Einschnitt in den Fels, damit die Kühe die dahinter liegenden Weiden erreichen konnten. Sie wurde zuletzt im Jahr 1880 renoviert und trotzt nach wie vor Wind und Wetter. Damals wie heute stellt sie den Eingang ins Val Grande dar, und nirgends ist die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis, Lärm und Stille so deutlich wie hier.


Auf der anderen Seite befindet sich die Alpe Ragozzale mit dem gleichnamigen Bivacco, wo wir rasten können.

Nun haben wir die Möglichkeit, je nach Wetter, Lust und Kondition, auf den dritthöchsten Gipfel des Nationalparks zu steigen. Ohne Gepäck erreichen wir die Testa di Menta ohne große Mühe.

Zurück am Wanderweg folgen wir diesem durch eine steile Grasflanke. Der Pfad wurde vor ein paar Jahren restauriert, dennoch ist hier nach wie vor ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit unerlässlich! Spätestens hier werden wir froh über unsere Trekkingstöcke sein.


Nachdem wir diese Passage überwunden haben, folgen wir stets dem abwechslungsreichen Rücken von Mottac, mal links, mal rechts der lärchenbestandenen Gratschneide. Einer der schönsten Wege im Val Grande! Und an dessen Ende wartet die schönste Hütte auf uns, das Bivacco Mottac.

In diesem Haus im Zentrum des Nationalparks habe ich den Winter 2010/11 verbracht (Bilder). Es ist zweifellos der spektakulärste Platz des Parks. Die komplette, riesige Schlucht des Val Grande liegt uns von hier oben zu Füßen, und man hat quasi einen 360-Grad-Blick auf den Kessel des Nationalparks.

 

Während die ersten beiden Tage noch verhältnismäßig entspannt waren, wartet nun die Königsetappe auf uns. Gleich zu Beginn wird es steil, ein schmaler Pfad führt über die schroffe Kuppe von Mottac hinab in den endlosen Buchenwald. Kaum vorstellbar, dass hier Mitte der Fünfziger Jahre kein Baum mehr stand! Auf einem nun besseren Weg geht es über viele Serpentinen hinunter ins eigentliche Val Grande, dem großen Tal. Unten angekommen, folgen wir der Schlucht wieder bergauf, passieren ein paar Ruinen und steigen zu zwei wilden Furten ab. Während der Schneeschmelze oder nach Regenfällen heißt es hier: Schuhe aus! Ein paar ausgesetzte und felsige Stellen sind mit Ketten gesichert.


Es folgt der lange Anstieg zu einem der nördlichen Portale des Parks, der Bocchetta di Vald. Unterwegs passieren wir die sehr schön gelegene Alpe Vald di sopra. Hier stand bis 2016 ein Bivacco, das jedoch durch einen Brand zerstört wurde.

Oben am Pass blicken wir nochmals zurück über weite Teile des Nationalparks, ganz am Horizont taucht auch das große Massiv des Monte Rosa auf. Auf der anderen Seite sehen wir schon unser nächstes Ziel, den malerischen Kessel von Bondolo. Dort befindet sich eine Hütte, doch ist sie eher ungemütlich, und daher mobilisieren wir nach einer Kaffeepause noch einmal unsere Kräfte. Das Ziel ist schon in Sicht, uns trennt nur noch eine Senke vom wohl komfortabelsten Unterkunftshaus des Val Grande. Das private Haus des Club Alpino Italiano, nur mit Schlüssel zugänglich, bietet neben einer grandiosen Aussicht auch bequeme Betten und sogar eine warme Dusche. Nach diesem langen Tag haben wir uns das mehr als verdient!


Von Al Cedo folgen wir am letzten Tag einem schmalen Pfad, der ohne große Höhendifferenzen die Hänge der Alpi del Basso quert und uns zur panoramareichen Cappella di Larecchio bringt. Von hier haben wir einen eindrucksvollen Blick in die Centovalli und auf die Tessiner Berge.

Nun folgt der lange Abstieg nach Santa Maria Maggiore, zunächst durch Lärchenwald, dann auf einer breiten und kunstvoll angelegten "Strà di Vacch" (Kuhstraße) durch Tannenwald. Unten angekommen wandern wir auf einem kleinen Schleichweg zum Bahnhof, bei dem wir in den Bummelzug der Vigezzina steigen.


Wer am vierten Tag noch Energie übrig hat, dem bietet sich auch die (deutlich längere aber sehr abwechslungs-reiche) Variante via Sasso Bianco und Passo di Biordo nach Orcesco an, wie am letzten Tag der Wilden Durchquerung. Das können wir spontan in Al Cedo entscheiden.


Ankunft am frühen Nachmittag.


Höhendifferenzen:

1. Tag: + 1270m, - 70m

2. Tag: + 620m, - 650m (Testa di Menta zusätzlich + 200m, - 200m)

3. Tag: + 1270m, - 1400m

4. Tag: + 165m, - 920m (via Sasso Bianco + 720m, - 1460m)


beste Jahreszeit: Mai bis November


Leistungen:

-Transfer ab Domodossola - andere Orte auf Anfrage

-Zugfahrt Santa Maria Maggiore-Trontano

-Führung wie beschrieben

-Verpflegung ausreichend für vier Tage: Brotzeit, Müsli-/Schokoriegel, drei warme Mahlzeiten (Suppe, Pasta/Risotto, Nachtisch), Frühstück (Müsli, Kaffee, Tee)

-Übernachtungen in den einfachen Unterkünften Rina, Mottac und Al Cedo


maximale Teilnehmerzahl 4 Personen

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